Neue Lyrik
bildersturm
veranda- déjà-vus mit
verdun-beigeschmack
sie gehen in frieden
Ils ne passeront pas
so sagt man
der himmel sei blau
und niedergeschlagen
einzig die stimmung
des allein verbliebenen
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elaborierte nähe
bilder allabendlich:
vergessen, unvergessen,
orgasmisch zentriert –
bilder von tulkarem
verändert zu spät
wahr genommen
der ein, einschreibbare
wehlaut wiederholung
unterm strich
so zu sagen
es wäre
es sei
auch
diesmal
zu
wenig
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soviel geht über
im nach
nach und nach
abtastbaren bereich
steigert sich das wenige
wieder nur dem ablicht zugewandte
-
zugewandert
also auch unnötig zu sagen
es wäre fremd
phrenetisch lesende
als ab
als abbild deiner gedankenlosigkeit
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auch nicht das geringste geringere übel
stein-poeten
mit gegengleichen
nomadenkutten
verspüren sie, die,
die stein-poeten, dieselbe
aggression
angesichts duschwasser
mit goldfischen, gold,
ach, wie kleinlich
sind doch die beschriebenen
farben, wie goldlüstern
im abrausch wären sie,
die stein-poeten, wär doch
gelaicht
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minder: postkartengrüße
maledivische kadaver, angeschwemmt
in überragender nahaufnahmen-manier, nur jetzt,
nur jetzt: hieße es abschied nehmen
vom bild mit palmen im hintergrund,
vom geruch des balsamierenden kokosnussöls,
abstand zu nehmen von übermalungen
in der vielzahl eines toten, eines – nur jetzt
ließe sich auch das maledivische nahe
entfernter betrachten
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einklang fühlbarer leere
weshalb auch nur
ein nichts ein niemand
zu sein
bei der berührung
nackter haut
aber nein:
angeregt zu expandieren
in die wieder entdeckte
unterwelt
unterwasserwelt
fast schon atemlos
verlagerung der meerheimat
ins verdunstende
wir verändern die zuschreibung:
wie immer zu späterer stunde:
erloschene kerzen
zu beschreiben einzig:
die lumiszierende hand
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nach, zu und von duino
engelsgleich: fremdwort,
wenn finger weinranken
reißen, am turm,
bluten sie nicht wahr
fremdwort:
wenn der blick sich einstellt
aufs wortfremde schild:
auf dieser terrasse schrieb rilke seine duineser elegien
hier
und nirgendwo
schrieb, schrieb, schrieb
einer, von dem man weiß,
dass
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ruhephase
hacienda-eskapismus
versus
stilisierte ausdruckslosigkeit
enklaven des wartens
hier steht bereit
was vergehen will
ohne zu staunen
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quartalsnachrichten
stockung
wenn du -
ferne distanziert -
sie
lacht
stockung. oder
mehr des schreibens.
fällt das fenster auf
bricht tag ein.
tag.
dein
respektive ihr
angebrochener tag
gleicht nicht dem
auf papier
hier
stünde nur wieder etwas wie
nebelhaft nah
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verwegene männer am wegrand
wer sagt es
(um: wie deplaziert
am rand zu stehn,
mit aufgerissenem gesicht,
blutmondaugen,
nein, nicht zu sprechen vom
hals im luftschaft,
davon, wiederum, hielten
nur wenige mehr)
wer,
wer sagt es
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nur eine unscheinbare beobachtung
verwegene männer am wegrand
laufen der zeit
hinterher.
laufend die zeit und
laufend
die angst in den bäumen
bäumt sich
wer auf
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im moment liegt vergangenes näher
dieser punkt der
erhofft und erwartet
pikiert von der unmenge nebensächlichkeiten
zweifelhaftes liedgut
unsingbar
wie zuvor gleich
einer parabel an nebensächlichkeiten
gleich
dem so nicht sagbaren nichts
unsingbares andeutungsweise
um verstehen zu geben
es wäre doch: mehr
des gesagten mehr
eines untrennbar mit dem autor
verbundenen gefühl des staunens
der verachtung
der geringfügigen hochschätzung und
doch passiert nichts
wiederholt:
nichts: hier
hier
beim soeben erdachten
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finalmente non qui
wieder meer, wieder
der selbe, unscheinbare steg
ins aus, zahl, zählen:
die schritte
denkwiderstand –
aufgebracht wäre
jetzt fehl am platz,
wo man schweigt
die liebenden wo
sind sie hin
gegangen auf- und
ausgelöst mit dieser
diesen silben
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nur einen schritt weiter
leerzeit,
ohne zu stehn,
ohne dem abschied
die hand zu brechen,
leerzeit,
um auch nur eine sekunde
senkrecht
zu stehn
stehen gelassen
im glauben
ohne rückfragehinweis
verkäme diese lyrik
zum nichts sagenden
gerede
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marcello: sonata op. 2 no. 11
strand vor meeraug:
die entjungferte dünenzeile
birgt den wunsch nach
dammbruch
schwenkt die wetterkamera
wellenförmigem nach
hält das meeraug (wh. ) zielgerichtet
aufs horizontale:
antonyme von hektik
und marketing
einfallend: bachmanns
auf widerruf gestundete zeit
ohne nebelgeliebte
grenzwertigkeit, abseits
von holzplanken, blechdosen,
hautnah geschichte,
schiefer im finger
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wen es noch mehr berührt
der luftröhrenschnitt
liebste
bringt nicht nur die rose
so
in verlegenheit
wie wir es nie
auszusprechen wagten
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das schönste im traum
akzeptanz
unter der eisdecke
neben erstickten fischen
in gold
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dies bildnis ist bezaubernd schön
sein blick sei, sei
von den stäben im aug
enttäuscht, kein tag
wiederhole sich nämlich, und ob,
im aug sei ein blick
vom tiger im käfig,
gestehe, die hungerkünstler
riechen den braten
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patchwork
über nacht, über nacht
steht keine silbe mehr
auf von den lebenden
überläufigen doch
dann wieder leichteres:
überflugschneise mit tango
vorm himmel, und wär’s die korrigierte,
vertonte, undiplomatisch versetzte
nachtsilbe, sie stünde
auf und aufgebrochen
vor dem überlaufenden
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